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KONSUMKULTUR – TEIL 2: Bringe Kultur in deinen Konsum / Einkaufsfieber /

KONSUMKULTUR – TEIL 2: Bringe Kultur in deinen Konsum

Es ist schon eine Challenge, so kurz vor Weihnachten einen Bericht über Konsumkultur zu schreiben. Dich zu inspirieren und zum Nachdenken anregen, dein Kaufverhalten zu updaten. Dir zu sagen, dass weniger mehr ist. Ressourcen schonen und DIY hipper und cleverer sind…

Dass es so viele kleine, ehrliche Betriebe gibt, die wunderbare Kostbarkeiten herstellen, und sie vor den (Online)Konzernen absoluten Vorrang haben. Und das gemeinsame Zeit verschenken, die Menschen wieder näherbringt und die Umwelt schont. Klingt für manche höchstwahrscheinlich unsexy - aber ich bleib trotzdem dran und versuche mein Bestes, dich mit auf den Weg zur neuen Konsumkultur zu nehmen.

Uns von Agent Fox ist es ein Herzensanliegen, unseren Beitrag zu leisten und eine Konsumkultur zu schaffen, die ein gesundes Gleichgewicht zwischen Natur-Mensch-Wirtschaft herstellt.

Let´s go!
Auf der Erde leben derzeit rund 7,79 Milliarden Menschen. Genauso viele Meinungen und Lebenseinstellungen gibt es – wir alle sind einzigartig. Jeder dieser Menschen hat andere Grundvoraussetzungen und Strukturen. Wir haben auf unserem Planeten Menschen die in Wohlstand, Armut, Frieden, Krieg, Gesundheit, Krankheit, Sicherheit, Unsicherheit, …. leben. All das beeinflusst auch den Konsum und die Umwelt.
 
Je mehr ich mich mit dem Thema Konsum beschäftige, desto bewusster wird mir, dass sich erst ein verschwindend kleiner Teil der Menschen, aufrichtig damit auseinandersetzt. Ein ehrliches Interesse den eigenen Konsum in eine neue Ära zu bringen? Eine neue Konsumkultur auch zu leben? Hier vermisst man noch das große Umdenken und Umsetzen. In Anbetracht der globalen Umstände sehe ich hier jedoch dringenden Handlungsbedarf.
 
Wir könnten hier auch noch viele Pro-Kopf-Zahlen präsentieren - wie viel Müll, CO2, Lebensmittelverschwendung jeder produziert, wie viele Ressourcen ein Mensch durchschnittlich im Leben verbraucht usw. Diese Zahlen findet man schon überall im Internet und Fakt ist, all diese Zahlen sind um ein Vielfaches zu hoch. Hier und jetzt geht es darum, dass du das Scheinwerferlicht auf dich selbst richtest. Der Wandel geschieht immer zuerst bei dir. Wir werden alle weiterhin konsumieren und du kannst beginnen dich zu fragen WAS, WARUM, WIE, WO kaufe ich und welche Auswirkungen hat mein Kauf. Beginne mit kleinen Schritten, sie sind besser als in alten oder gewohnten Fahrwassern weiter zu machen.

Den wichtigsten Punkt „weniger Kaufen“ kannst du im 1 Teil von „Bringe Kultur in deinen Konsum“ nachlesen. Vom linearen Wirtschaftssystem zur Kreislaufwirtschaft
 
Reparieren, Upcycling, Re-Use, Teilen
Beginnen wir mit einer Geschichte, die sich mit unserem Fernseher zugetragen hat. Vor vielen Jahren, hatte unser alter Röhrenbildschirm nach langer Zeit ausgedient – nein, er war nicht kaputt. Es gab aber seit einiger Zeit diese zarten und doch riesigen Flatscreens, mit allen möglichen Features, Anschlüssen, Ein- und Ausgängen.
 
In einem großen Elektrohandel, erstanden wir also dieses neue High-End Ding, mit einer Garantieerweiterung, die rund 100 Euro kostete. Nach ziemlich genau 3 Jahren – die Gewährleistung/Garantie und ihre Erweiterung waren laut Kassenbeleg gerade einige Tage abgelaufen - war der Bildschirm schwarz. Wir versuchten selbst ein bisschen herum, doch das Gerät schien kaputt. Verärgert über die Tatsache, dass das genau wenige Tage nach dem Ablauf der Garantie + Erweiterung passierte, viel uns glücklicherweise ein Freund ein, der wirklich alles wieder zum Laufen bringt.
 
Wir packten also unseren zarten Flatscreen, in Decken gehüllt, ins Auto und brachten ihn zu unserem Freund. Es dauerte keine 15 Minuten und der „Fehler“ war gefunden. Eine Lötstelle hatte sich gelöst und musste erneuert werden. Das war alles! Der Fernseher lief wieder und tut es bis heute, er ist in der Zwischenzeit 8 Jahre und erfüllt seinen Zweck.
 
Auch wenn es jedes Jahr schönere und „bessere“ Geräte gibt und Anbieter mit unfassbaren Angeboten locken, ich bestehe darauf, dass er nicht „einfach so“ ersetzt wird und wir seine Lebensdauer nutzen. Ich stoße dabei nicht immer auf Verständnis aber ich sehe absolut keinen Grund, etwas Funktionierendes zu erneuern.
 
Rohstoffe abbauen => Konsumgüter herstellen => konsumieren => wegschmeißen
So sieht das lineare Wirtschaftsmodell aus - man kann auch Wegwerfgesellschaft dazu sagen
 
Warum tun wir das?
Wir reparieren nicht mehr, weil es einfacher/günstiger/attraktiver ist, neu zu kaufen. Oft ist eine Reparatur gar nicht möglich, da vom Hersteller nicht gewünscht und ein Recht auf Reparatur gibt es (noch) nicht. Wir Menschen haben es auch gerne bequem und es ist uns schlichtweg zu umständlich. Wir möchten nicht „Re-Used“ kaufen, sondern es muss neu sein. Nicht zuletzt wird es uns einfacher gemacht, Neues zu kaufen anstatt zu reparieren oder gebraucht zu kaufen – das ist auch gewünscht, wegen dem „Wachstum“.
 
Wir müssen hier nicht mitmachen, wir haben die Wahl und die Möglichkeiten. Rohstoffe sind nicht unendlich vorhanden, es sind nicht alle Energien erneuerbar und veraltete Wirtschaftssysteme werden nicht länger wachsen und funktionieren. In berührenden Werbekampagnen angepriesene Gefühle, wie Freiheit, Leichtigkeit, Freude, Dazugehörigkeit und Selbstverwirklichung lassen sich mit keinem Produkt erkaufen!
 
Es gibt so viele Möglichkeiten die Laufzeit oder Lebenszeit von Produkten zu verlängern oder ein neues Konsumgut daraus zu machen. Ja, das bedeutet Arbeit, Recherche und Aufwand – auf der anderen Seite sparst du Ressourcen, viel Geld, Zeit und du trägst zum Schutz unserer (Um)Welt bei.
 

Das kann dein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft sein:
  •  Nutze und schätze die Lebensdauer deiner vorhandenen Güter. Ersetze sie nicht grundlos durch Neues.
  • Kaufe gebraucht.
  • Viele kleine Unternehmen bieten Reparaturen an oder machen ein neues Produkt aus gebrauchten Materialien.
  • Möglicherweise hast auch du einen „Bastler“ im Freundeskreis der repariert.
  • Es gibt Vereine und Veranstaltungen wo du reparieren lassen kannst.
  • Werde selbst tätig und probiere dich im Reparieren, Restaurieren und Neuem erfinden.
  • Verkaufe Dinge die du nicht mehr brauchst, anstatt sie zu entsorgen.
  • Borge dir Sachen aus die du nur selten brauchst.
  • Achte darauf, dass nicht mehr gebrauchsfähige Produkte sachgemäß in einem Sammel- oder Wertstoffzentrum recycled werden. So können Einzelteile und Sekundärrohstoffe wieder dem Kreislauf zugeführt werden.
  • Entscheide dich bei einem Neukauf für Unternehmen, die intelligente Produktdesigns entwickeln und qualitativ hochwertig produzieren. Diese haben eine längere Lebensdauer und sind reparaturfähiger.
  • Und wenn dir zufällig auch gerade irgendwo ein kleiner Teil von einem Gegenstand abgebrochen ist, es gibt 3-D Druck. Damit lassen sich wunderbar manche Ersatzteile reproduzieren.
 
Unsere Omas…
Ich denke ganz oft an meine Oma, sie hatte das mit der Kreislaufwirtschaft so richtig drauf. Ihre Generation hatte zu Konsum einen ganz anderen Zugang. WERT-Gegenstände wurden bestenfalls 1x angeschafft, manchmal auch geliehen. Es wurde repariert und nicht neu gekauft. Als kleines Mädchen, war die achtsame Art wie sie mit Dingen umgegangen ist so normal, nicht besonders, für mich. Mein Weg führte mich viele Jahre in die kommerzielle Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Heute blicke ich mit Demut zurück, wie bei Oma selbst ein Papiersackerl vom Bäcker, fein ausgestreift und zusammengelegt wurde, und solange Verwendung fand, bis es ausgedient hatte und im Küchenofen verheizt wurde. Ich habe, unter anderem, das Papiersackerl-Wiederverwenden, bei uns auch eingeführt. Die Wertschätzung, die Oma für ihr Hab und Gut aufbrachte, inspiriert mich nachhaltig.
 
Ein geniales und sehr erfolgreiches Beispiel aus Belgien zeigt, wie Kreislaufwirtschaft umsetzbar ist/funktioniert.
Seit über 20 Jahren leben sie bei „De Kringwinkel“ das Motto „Sammeln – Reparieren – Verkaufen“. De Kringwinkel sind Re-Use-Geschäfte und es gibt sie bereits über 130 Mal in Belgien. Hier gibt es alles, außer Ramsch. De Kringwinkel bedeutet sinngemäß übersetzt Kreislaufgeschäft.
 
So funktioniert das System: Leute können bei De Kringwinkel anrufen und ihre nicht mehr benötigten Güter abholen lassen/spenden – die Abholung ist gratis! Oder sie können ihre Sachen auch in einem der Läden direkt vorbeibringen. Die intakten Waren, werden von den Mitarbeitern bei der Abholung oder Abgabe kontrolliert und sortiert. Es wird nicht alles angenommen aber vieles wird direkt in den Läden von Mitarbeitern repariert. Anderes entspricht vielleicht nicht mehr den Kriterien und muss recycelt oder weggeschmissen werden. Dazu arbeitet die Firma mit Wertstoff- & Sammel-Zentren zusammen, um Sekundärrohstoffe wieder in den Produktions-Kreislauf einzubinden. Die Gebrauchtwaren werden funktionstüchtig gemacht, säuberlich und einladend in den freundlichen Geschäften, zu günstigen Preisen, angeboten. Für elektronische Geräte gibt’s sogar eine Garantie. Das geschieht alles sehr professionell und mit einer perfekt durchdachten Logistik. Dieses System schafft soziale Arbeitsplätze, viele davon werden staatlich gefördert.
 
Dieses System wäre ideal auch in anderen Ländern umzusetzen. Das Rad müsste dazu nicht neu erfunden werden. Die flämische Regionalregierung beschloss, dass Bürger einen gewissen Anteil an Gütern gebraucht kaufen sollen. Sie haben zum Beispiel auch eine verminderte Steuer auf Reparaturen eingeführt. Das wäre laut EU- Recht überall in Europa möglich und ein weiterer Pluspunkt für die Kreislaufwirtschaft. Um die Kreislaufwirtschaft klug und rasch umzusetzen, braucht es ein progressives Fundament von Seiten der Wirtschaft und Politik. Und natürlich uns alle, die daran glauben und danach handeln.
 
Ich bin der Ansicht, dass „weniger kaufen“ der bedeutsamste und maßgebendste Punkt ist, um den Verbrauch an Ressourcen zu bremsen. Erst danach macht die Kreislaufwirtschaft Sinn. Es ist so essenziell, dass wir eine sinnvolle Konsumkultur erschaffen. Dass wir den Konsumwahn und die Profitgier, dem Wohle unserer Erde und ihren Schätzen, unterordnen müssen.
 
 
Nach Weihnachten, widmen wir den 3. Teil von „Bringe Kultur in deinen Konsum“ dem Lebensmittelkonsum.
 
Alles Liebe, Uschi


Foto credit: StockSnap
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