Logo von Agent Fox Navigation
Das Portal für neue Konsumkultur

AGENT FOX
Magazin

Interview: Green Wien / Schnecke_und_Baum_bearbeitet /

Interview: Green Wien

Im Interview mit Austria Guide Annemarie erfährst du ihre Geheimtipps - versteckte Ecken, grüne Oasen und vieles mehr!


Annemarie, du bist staatlich geprüfter Austria-Guide in Wien. Für den Tourismus hat Covid-19 massive Änderungen gebracht. Doch auch du wurdest in dieser Zeit kreativ und hast dir etwas Neues einfallen lassen – magst du uns von deinen Eindrücken während des Lockdowns und von deiner Idee erzählen?
 
Nachdem ich bisher hauptsächlich Standardführungen für diverse Agenturen in Spanisch und Englisch durchgeführt habe, dachte ich mir, ich konzentriere mich nun auf die einheimischen Gäste und kreiere meine eigenen Touren. Neu ist z.B. die Führung durch das „verruchte“ Stuwerviertel. Durch den Lockdown habe ich meine Wohngegend nun in- und auswendig kennengelernt und daher entstand die Idee dieser Grätzelführung. Ab Herbst werde ich eine Führung am Wiener Zentralfriedhof anbieten. Beliebt ist auch die Tour „Wiener Charme“ mit den vielen versteckten Innenhöfen im 1. Bezirk.
 
Wien wurde 2020 als „die grünste Stadt der Welt“ ausgezeichnet. Welche 5 Parks oder Ruhezonen kannst du unseren Wien-BesucherInnen & Leser*innen empfehlen?
 
  • Der Burggarten strahlt für mich immer eine besondere, immer noch sehr imperiale, Atmosphäre aus. Zwischen den Statuen von Kaiser Franz Joseph, Mozart und Kaiser Franz II/I. lässt es sich herrlich relaxen. Man darf den Rasen betreten, kann Yoga praktizieren und lässt die Seele baumeln inmitten der Stadt. Die Bäume spenden Schatten, die Parkbänke laden zum Verweilen und die Mittagspause ist schneller vorbei als gewünscht.
 
  • Der Volksgarten, speziell zur Zeit der Rosenblüte, tut allen Sinnen gut. Bei der versteckten Sisi-Statue ist es immer etwas ruhiger (wenn nicht gerade Touristengruppen daran vorbeigeführt werden *gg*). Ich liebe es die Widmungen auf den Rosensträuchern zu lesen und mir passende Geschichten dazu auszudenken. Vielleicht auch eine kleine Anregung für ein besonderes Geschenk, jemandem eine Patenschaft für einen Rosenbusch zu schenken?
 
  • Ohne den Prater geht in Wien gar nichts. Die meisten denken dabei an den Vergnügungspark, doch ich meine den Erholungsraum. Es handelt sich um den größten Park Wiens, mit 6 km², die grüne Lunge der Stadt. Hier findet jeder ein Plätzchen für sich. Sogar ein Stadtwanderweg, Nr. 9 mit 13 km Länge, führt durch das ganze Areal. Da kommt man garantiert zu Plätzen, die man noch nie vorher entdeckt hat. Oder vielleicht lieber mit der Liliputbahn eine Runde durch den Prater drehen? Seit 2007 fährt der kleine Zug CO2 neutral mit Pflanzenöl.
 
  • Am schönsten finde ich den Türkenschanzpark, das ist Idylle pur, etwas erhaben gelegen, im 18. Bezirk. Er ist auch historisch interessant, da sich hier während der 2. Türkenbelagerung 1683 eine Schanze befand, daraus resultiert der Name. Der Park besticht durch viele kleine Hügel, Wasserfälle und abgeschiedene Fleckchen. In der Meierei kann man sich mit vielerlei Köstlichkeiten stärken.
 
  • Der Wiener Wald mit seinen insgesamt 10 Stadtwanderwegen bietet Erholung pur. Das Spazieren durch die leichthügelige Landschaft tut Körper und Seele gut. Angefangen beim Kahlenberg bis Ottakring und Neustift kann man hier tagelang spazieren gehen und Kraft tanken. Es gibt sogar einen „Rundumadum Weg“, also die Möglichkeit die 120 km rund um Wien in mehreren Etappen zu gehen – diese Aktivität steht heuer noch auf meinem Programm, denn im Herbst ist es im Wiener Wald am allerschönsten. 
 
Wenn wir „grün“ jetzt nicht nur auf die schönen Parks und Ruhezonen beziehen - es findet eine große Bewegung in Richtung Nachhaltigkeit im alltäglichen Leben statt. Viele Menschen beginnen ihren Alltag und ihre Freizeitgestaltung zu überdenken und neu zu strukturieren, um bewusster mit unserer Erde umzugehen und sie zu schützen. Wie können wir dieses Umdenken auch im Städte-Tourismus, konkret in Wien, leben? Was sind deine 7 Tipps nachhaltig Wien zu erkunden?
 
  1. Es beginnt schon bei der Anreise, d.h. diese nachhaltig, z.B. mit dem Zug zu wählen.
  2. Weiter geht es mit der Unterkunft, z.B. ein Hotel zu wählen, dass Nachhaltigkeit lebt, wie das Boutiquehotel Stadthalle, mit einer Photovoltaik-Anlage am Dach, produziert es genau so viel Energie, wie es verbraucht, Magda’s Hotel (beschäftigt Flüchtlinge, die in Österreich Asyl haben) oder das Bio-Hotel Wilhelmshof, beide im 2. Bezirk.
  3. Zu Fuß oder mit den Citybikes unterwegs sein bzw. die kostengünstigen Öffis nutzen um die Stadt kennenzulernen.
  4. Wasserflaschen nachfüllen an den vielen Wasserstationen der Innenstadt.
  5. Regional essen und trinken, z.B. das Frühstück in Bio-Bäckereien genießen, wie z.B. Gragger & Cie, Öfferl, Joseph-Brot, Gradwohl, Waldherr, Bio-Heurige und vegane Restaurants besuchen (z.B. The Lala, Yamm, Deli Bluem, Venuss).
  6. Regional einkaufen, diverse Bio-Bauernmärkte bieten das entsprechende Angebot, z.B. jeden Freitag auf der Freyung, oder am Samstag am Naschmarkt, Karmelitermarkt, Kutschkermarkt, Vorgartenmarkt, Denn’s Bio-Markt.
  7. Nachhaltig shoppen gehen in Wien, z.B. bei Wiener Seife, Naturkostladen St. Joseph, Naturkosmetik Staudigl, Mode im Grüne Erde Shop, Second Hand Vintage Artikel im Burggasse 24, was gleichzeitig auch ein kuscheliges Café ist.
 
Viele wissen um Wiens klassische Sehenswürdigkeiten sehr gut Bescheid. Welche unbekannten Ecken Wiens empfiehlst du Wien-Kennern?
 
Mosaik / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNeu im Programm habe ich eine Grätzelführung durch das „verruchte“ Stuwerviertel. Das ist, als ob man eine Zeitreise 100 Jahre zurück macht, denn es liegt zwischen dem modernen Nordbahnviertel und dem neuen WU-Komplex (Wirtschaftsuniversität). Der Vorgartenmarkt ist eines der Highlights und noch ein Geheimtipp. Hier gibt es Bio-Eis vom Eis-Greissler und zwar OHNE anstellen.

Die zauberhaften Innenhöfe rund um das Blutgassenviertel kennen auch nicht viele Einheimische. Da präsentiert sich die Stadt von ihrer schönsten und stillsten Seite – „Wiener Charme“ nenne ich diese Tour und sie zählt zu meinen Lieblingsführungen in der Innenstadt.
 
Ab Herbst biete ich den Wiener Zentralfriedhof an. Wir spazieren entlang der vielen Ehrengräber, deren Grabdenkmäler die Geschichte der Verstorbenen darstellen. Es handelt sich um den zweitgrößten Friedhof Europas und er ist auch ein Refugium für einheimische Tiere, wie Rehe, Füchse, Eichkätzchen. Ein besonderer Platz ist der Park der Ruhe und Kraft, wo man wieder Energie auftanken kann.
 
Eine Frage von Agent Fox höchstpersönlich: Bist du schon mal einem Fuchs in Wien begegnet?
 

Ja, das ist erst kürzlich, also Mitte August, passiert. Ich war mit einem Freund spazieren im Schönbrunner Schlosspark und wir sind vom Obeliskenbrunnen schräg hinauf zur Gloriette gegangen, als uns seelenruhig, mitten am Weg, ein Fuchs entgegenkam. Ich dachte sofort an Agent Fox. Er sah klug, wissbegierig und sehr zielstrebig aus, wie er seinen Weg ging. Tolle Eigenschaften, wie ich finde!
 
Wie trägst du persönlich dazu bei, die Welt ein Stückchen besser zu machen?
 
Ich habe mein Auto vor vier Jahren verkauft und bin nur mehr mit dem Rad bzw. mit den Öffis unterwegs. Ich versuche mehr und mehr auf vegetarische bzw. vegane Ernährung umzusteigen, weil es mir einfach gut tut und der Umwelt auch. Wenn es geht verreise ich mit dem Zug statt mit dem Flugzeug.
 
Sonnige Grüße von
 
Annemarie GEIGER

Annemarie / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Wenn du gerne mit Annemarie Wien erkunden möchtest, kannst du sie hier erreichen:

Austria Guide – staatlich geprüft
deutsch – englisch - spanisch
Vorgartenstraße 221/6/28
A-1020  Wien
www.anne-guides.at
Tel. +43 676 538 40 28
E-Mail: info@anne-guides.at

Suche

Aktuell auf der Merkliste: Anbieter
Diese Seite speichert Cookies. Okay Infos